Geschichte und Kultur


Geiersthal –  einst ein kleiner Ort, aber Pfarrsitz einer großen Pfarrei

Die Geschichte von Geiersthal ist verbunden mit der Religionsgeschichte Niederbayerns.
In der Zeit 1100–1104 wird der Ort bestehend aus Kirche, Pfarrhof und Ökonomiegebäuden Giristal genannt.

Bilddatei "" in der Kategorie "" nicht vorhanden Der Ort Geiersthal liegt in einem Gebiet, das durch eine Stiftung Kaiser Karls des Großen an das Kloster Metten im „Nordwald“ gerodet und besiedelt werden sollte. Das Gebiet der Stiftung umfasste den Nordwald vom Voglsang bis hinauf zum Tuniesberg, dem Sitz der späteren Burg Altnußberg. Metten schaffte einige Dorforte links und rechts der Teisnach, wie Kammersdorf, Allersdorf, Patersdorf, Seigersdorf und Wetzelsdorf.  Doch aus dem Rodungskloster Metten wurde 1157  ein Betkloster und die Grafen von Bogen mit ihren Ministerialen übernahmen die Rodungen und Besiedlungen im Nordwald. Neben Kammersdorf gab es die Kirche in Geiersthal, die beauftragt wurde, als Pfarrei im Nordwald zu wirken.
In der wechselvollen Geschichte bis zur Säkularisation umfasste die Pfarrei eine Ausdehnung von Gotteszell bis hinauf nach Drachselsried mit 55 Ortschaften, die wenigstens zeitweise zur Pfarrei Geiersthal gehörten. Eine erstmalige urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1209, als ein Pfarrer „Sigehard von Giristal“ als Zeuge einer Verhandlung genannt wird.
Altnußberg war Rittersitz der Nußberger und Degenberger. Die Burg wurde nach dem sog. Böcklerkrieg vollkommen zerstört, die Grundmauern aber im vorigen Jahrhundert wieder freigelegt und teilweise wieder aufgerichtet. Sie ist heute eine Attraktion und deshalb ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Zur  Gemeinde Geiersthal gehören zahlreiche Orte, von denen Linden und Altnußberg wohl die bedeutendsten sind. Linden war Sitz eines Pfleggerichts und besaß das älteste wittelsbachische Braurecht für „weißes Bier“.
        
Das Zentrum der großen Pfarrei Geiersthal war die Geiersthaler Kirche, die noch spärliche Spuren aus der Romanik und der Gotik aufzeigt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Pfarrsitz von Geiersthal in das beständig wachsende Teisnach verlegt; die Kirche wurde teilweise abgebrochen. Auf die Initiative von Pfarrer Franz Irsigler und Bürgermeister Alfons Fleischmann wurde 1975 ein Anbau errichtet. Heute gilt das Gotteshaus zu Geiersthal als Nebenkirche. Im Inneren sind zahlreiche Epitaphe angebracht, die den Priestern gewidmet wurden, die in Geiersthal gewirkt haben. Als kunsthistorische Rarität gelten die fragmentarischen Fresken im Presbyterium, die auf das Ende des 15. Jahrhundert datiert werden. Der Rokokoaltar von 1750 wurde 1975 im Zuge der Erweiterung des Kirchenraumes restauriert und zeigt somit im Altarraum die einstige Ausstattung der Kirche im 18. Jahrhundert.

Bilddatei "" in der Kategorie "" nicht vorhanden Die politische Gemeinde Geiersthal hat sich nach dem 2. Weltkrieg beständig entwickelt; speziell der Fremdenverkehr hat sich als wichtiges Standbein erwiesen. In den letzten Jahren haben sich auch mittelständische Betriebe angesiedelt, nachdem attraktive Grundstücke angeboten werden konnten. Durch den Neubau des Rathauses, das im Juni 2010 eingeweiht wurde, ist zeitgleich eine neue Ortsmitte entstanden: Um den Dorfplatz mit Teich und Grünanlagen gruppieren sich nun Rathaus, Schule mit Mehrzweckhalle, die Kirche und ein erstklassiges Hotel.

Geiersthal selbst ist ein kleiner Ort, aber zur Gemeinde Geiersthal gehören noch weitere 31 Ortschaften und etliche einschichtige Häuser.
Im Gemeindevergleich von 1830 und 2013 wurden im Jahre 1830  881 und 2013 2.157 Einwohner gezählt.

Eine geschichtliche Besonderheit noch: In der Ortschaft Linden wurde Freiherr Friedrich von Wulffen geboren und in Geiersthal getauft. Dieser Adelige hat eine beispiellose Karriere gemacht: Er war u. a. Regierungspräsident von Niederbayern, Abgeordneter für Niederbayern bei der Nationalversammlung 1848/1849 in der Paulskirche in Frankfurt und letztendlich der oberste Bayerische Richter als Präsident des Oberappellationsgerichts in München.

    Paul Fleischmann und Siegfried Federl
    


Die beiden Bücher: „800 Jahre Geiersthal“ und „Altnußberg, eine Burgruine im Bayerischen Wald“ können Sie im Rathaus Geiersthal erwerben.




Arbeitskreis Kultur & Heimat


Willkommen auf der Seite des „AKKU“!

Bilddatei "" in der Kategorie "" nicht vorhandenAKKU steht als Abkürzung für den „Arbeitskreis Kultur & Heimat“ in der Gemeinde Geiersthal. Dieser Arbeitskreis wurde im Jahr 2002 durch Initiative des damaligen Bürgermeisters Alfons Fleischmann ins Leben gerufen. Die Aufgabe dieses Kreises sollte darin bestehen, die Orts- und Kirchengeschichte von Geiersthal zu erforschen, Vorhandenes zu sichern und letztlich in ein Archiv einzubringen. Für diese Aufgabe konnte Bürgermeister Fleischmann kompetente Mitarbeiter gewinnen.
Weil die erste urkundlich nachweisbare Erwähnung des Ortes Geiersthal aus dem Jahr 1209 stammt, machte es sich der Arbeitskreis zur Aufgabe, zum 800. Geburtstag der Pfarrei ein Buch herauszugeben. Dazu waren viele Anstrengungen nötig, viele Redaktions-Sitzungen, unzählige Besuche in staatlichen und kirchlichen Archiven. So entstand das Werk „800 Jahre Pfarrei Geiersthal – eine christliche Urzelle im Bayerischen Wald“ welches wir im Jahr 2009 voller Stolz herausgeben konnten.
Durch den Neubau des Geiersthaler Rathauses konnte die Gemeinde dem „AKKU“ einen Archivraum zur Verfügung stellen, in dem wir nun arbeiten und in dem die Archivalien erfasst und aufbewahrt werden. Und darin besteht unsere Hauptarbeit: Archivmaterial sichern, zu ordnen, elektronisch erfassen und sicher aufzubewahren, um der Nachwelt einen gezielten Zugriff zu ermöglichen.
Die Begriffe Kultur & Heimat betreffen nicht nur die Vergangenheit! Beide Begriffe sollen ebenso auf die gegenwärtigen, zukünftigen und zeitgemäßen Veränderungen, Lebenseinstellungen und kommende Verantwortungen für die Kulturgeschichte unserer Heimat hinweisen.
Die Mitglieder des „AKKU“ haben sich in bisher 13 Jahren redlich bemüht, mit Sachkenntnis und unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen die Weichen für eine lebenswerte Zukunft in der Gemeinde Geiersthal zu stellen.
Hier die derzeitigen Mitglieder des Arbeitskreises in alphabetischer Reihenfolge:

- Altmann Ludwig, Kammersdorf, Am Sonnenhang 19, 94244 Geiersthal
- Ernst Siegfried, Linden, Weinbergstr. 7, 94244 Geiersthal
- Federer Michael, Frankenried, Am Pfahl 3, 94244 Geiersthal
- Federl Siegfried, Altnußberg, Dorfstr. 25, 94244 Geiersthal
- Feuerecker Karl, Linden, Florianweg 9 a, 94244 Geiersthal
- Fleischmann Alfons, Bgm.-Fleischmann-Str. 11, 94244 Geiersthal
- Fleischmann Paul, Bgm.-Fleischmann-Str. 6, 94244 Geiersthal
- Hauptmann Hans, Altnußberg, Geiersthaler Str. 3, 94244 Geiersthal
- Hollmayr Marlene, Linden, Schlossanger 1, 94244 Geiersthal
- Joergens Horst, Frankenried, Am Lustfeld 1, 94244 Geiersthal
- Kasparbauer Hans, Bgm.-Fleischmann-Str. 10, 94244 Geiersthal
- Peter Hans, Kirchenstr. 19, 94244 Geiersthal
- Seidl Anton (Bgm.), Kammersdorf, Gartenstr. 10, 94244 Geiersthal

An dieser Stelle erscheint es angebracht, derer zu gedenken, die wertvolle Arbeit geleistet haben und die nicht mehr unter uns sind:  Alois Graßl und Franz Scharnagl. Zu danken ist auch Herrn Karl-Heinz Menzel aus Frankenried, der seine Mitarbeit im „AKKU“ gesundheitsbedingt aufgeben musste.
Die derzeitigen Mitglieder des Arbeitskreises sehen ihre Aufgabe neben der Pflege des Bestandes darin, für nachfolgende Generationen eine Brücke zu schlagen – in ihnen liegt die Zukunft.
Der Arbeitskreis freut sich über jeden Neuzugang. Menschen, denen die Geschichte unserer Heimat am Herzen liegt und die künftigen Generationen eine solide Basis verschaffen wollen.
Die Sitzungen des „AKKU“ finden im Mehrzweckraum des Rathauses statt (1. Stock) und sind für jedermann zugänglich.
Die Sitzungstermine werden an dieser Stelle künftig bekannt gegeben.

An jedem 1. Donnerstag im Monat treffen sich die Mitglieder zu einem zwanglosen Stammtisch im Gasthaus „Kellerwirt“ in Geiersthal. Eine schöne Gelegenheit für Interessierte, die Mitglieder kennen zu lernen – völlig unverbindlich!  
Das Archiv des „AKKU“ ist für jeden Mitbürger zugänglich. Es bedarf nur einer Terminabsprache mit einem der Mitglieder.
Diese Seite stellt bislang nur den Einstieg für eine künftig stets aktuell gehaltene Seite dar.
Besuchen Sie diese Seite regelmäßig, dann können Sie die aktuellen Daten und Termine des Arbeitskreises hier auf dieser Seite finden.

Paul Fleischmann, Arbeitskreisvorsitzender